Wer kennt es nicht? Dieses eigenartige Gefühl, welches einen beschleicht, liest man sich mal die Zusammensetzung dessen durch, was wir dann und wann, oder auch öfter mal gern, als Nahrung bezeichnen. Das liest sich ganz und gar nicht so, als sollten wir es mit Genuß verzehren, sondern eher wie die Zusammensetzung eines Chemiebaukastens.
Da gibt es viele, viele abentuerliche Geschichten. Und eine davon möchte ich nun erzählen:
Der kalorienbewußte Mensch verzichtet ja bekanntlich auf so manchen Genuß, vor allem wenn dieser süß ist. Will er aber auf den Genuß verzichten? Das muß er gar nicht! Denn unsere Nahrungsmittelindustrie bietet ihm vielfache Möglichkeiten den vollen Genuß, bei reduzierter Kalorienzahl zu erhalten. Klingt eigenartig? Schauen wir einmal...
Eines der "Wundermittel" ist Aspartam, auch bekannt als NutraSweetä, Canderelä oder E 951. Entwickelt wurde der Stoff durch reinen Zufall, denn ein Chemiker namens James M. Schlatter suchte 1965 nach einem Mittel gegen Geschwüre (im Ernst!) für das phamazeutische Unternehmen G.D. Searle & Company. Nun viele Entdeckungen waren eigentlich anders angedacht als vermarktet, nehmen wir beispielsweise Botox oder Cola ...
Das pharmazeutische Unternehmen G.D. Searle & Company gehört heute zum Monsanto Konzern. Der Monsanto Konzern, mit Hauptsitz in St. Louis/ Missouri, ist bekannt als Hersteller von Chemieprodukten, vor allem Pflanzenschutzmitteln, und gentechnisch verändertem Saatgut. Ebenfalls erlangte dieser Konzern Bekanntheit durch diverse gerichtliche Auseinandersetzungen. Da gab es unter Anderem zweifelhafte Studien, zurückgehaltene Studienergenbnisse und dergleichen über Art und Wirkungsweise von Monsanto-Entwicklungen. Außerdem soll es Eingriffe in Politik und Gesellschaft gegeben haben. (Na sowas aber auch... Das gibts doch nicht, oder?)
Ebenso abenteuerlich klingt die Geschichte von Aspertam als Zusatzstoff in Nahrungsmitteln:
Die für die Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen verantwortliche amerikanische Behörde Food and Drug Administration (FDA) lehnte eine Zulassung von Aspartam deshalb mehrere Jahre lang ab, weil Untersuchungen keine eindeutigen Ergebnisse hervorbrachten, ob es bei Ratten, einer Versuchsgruppe, krebsfördernd wirkte. Die Frage nach der Förderung von Hirnkrebs beschäftigte eine Untersuchungskommission der FDA, aus unabhängigen Beratern, im Jahre 1980. Eine Zulassung wurde, aufgrund der immernoch offenen Fragen der allgemeinen krebsfördernden Eigenschaften wiederum abgelehnt. (Die passen halt auf, so einfach geht das ja nun nicht! Oder? Hm... Mal schauen!)
Der frisch vereidigte Präsident Ronald Reagan ernannte 1981 Arthur Hull Hayes zum Vorsitzenden der FDA, der noch im selben Jahr die Zulassung von Aspartam in Trockenprodukten veranlasste, wobei er sich auf eine japanische Studie berief. Seit 1996 unterliegt es in den USA keinerlei Verwendungsbeschränkungen mehr, als Zusatzstoff für Nahrungsmittel. (Hoppla! Zu früh gefreut, spät gereut?)
Die empfohlene Tagesdosis beträgt allerdings in der EU 40 mg pro kg Körpergewicht und Tag. In Deutschland müssen seit 1997 aspartamhaltige Lebensmittel mit dem Hinweis "enthält eine Phenylalaninquelle“ versehen werden. Also doch nicht ganz so "unbedenklich"? Aber der vielsagende Hinweis hilft immerhin ein Gesundheitsrisiko zu erkennen, damit man später nicht mit seinen "selbstverschuldeten" Krankheiten dreisterweise die "Versichertengemeinschaft" belastet... So ein Krankenkassenapperat will schließlich auch leben!
Bei der Verdauung von Aspartam entsteht beispielsweise Methanol, ein Körpergift, genau wie dessen Abbauprodukte. Außerdem darf Aspartam von Menschen mit der verhältnismäßig häufigen angeborenen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie nicht eingenommen werden, also von etwa 0,15 Promille der Bevölkerung.
Es existieren viele wissenschaftliche Quellen, die Gesundheitsgefahren von Aspartam aufzeigen oder widerlegen. Ein Faktum ist, dass im Wissenschaftsbetrieb allgemein viele Studien von der Industrie, (ko-)finanziert werden und daher möglicherweise (bin ich ein Spassvogel?) von verschiedenen ökonomischen Interessen beeinflusst sind. Zu deutsch: Die Firmen oder Lobbies, die solche Studien bezahlen, könnten, unter Umständen, eventuell, ganz klitzekleine Eigeninterssen haben.
Das ist eine der Anekdoten, derer es viele gibt... Also stürzen wir uns in das Abenteuer, welches man Nahrungsaufnahme nennt, mag sein dass es nur die Besten schaffen... Die Besten oder die Schaben. Viel Glück und guten Appetit!
Samstag, 17. November 2007
Nahrung: Segen oder Gift? - Aspartam
Eingestellt von
Encolpius
um
13:02
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Labels: Gesundheit
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